„Hier kommt es nicht nur auf den Einzelnen an“

Interview mit U16-Team-Managerin Kathrin Schneider / Teil 2

Von: Michael Wiegand

-- Die U16 hat immensen Zuwachs erhalten. Wie werden Juniors oder Neuzugänge integriert?
Die Juniors aus der U13 machen einfach mit. Für diese Jungs ist ja der Sport selbst nicht neu. Sicherlich gibt es ein paar neue Übungen und Abläufe, das stellt aber aus meiner Sicht keine allzu große Herausforderung dar. Neuzugänge werden immer durch einen Coach empfangen und kurz nach ihren bisherigen Erfahrungen im Football oder im Sport allgemein befragt. Dann geht es auch schon los! Einfach mitmachen und sich selbst einen Eindruck davon machen, ob der Sport, die Mannschaft und die Coaches zum jeweiligen Jugendlichen passen. Die meisten kommen am Ende des Trainings mit leuchtenden Augen zu mir und fragen wie das weitere Vorgehen bezüglich der Anmeldung und den Abläufen ist.

-- Was macht eine Team Managerin im Winter? Füße hochlegen und NFL und College Football schauen?
Oh, das wäre doch gar nicht so schlecht! Ist aber leider nicht so…

-- Sondern?
Im Winter ist es die Büroarbeit, die mich beschäftigt… Anträge für Passverlängerungen erstellen, neue Mitgliederanträge bearbeiten, Anfragen von Interessenten und Eltern beantworten, Anti-Dopingvereinbarung der Spieler einholen und was sonst noch so anfällt.

-- Bildest Du Dich fort?
Nicht, dass ich ein Buch lesen würde oder einen Kurs zum Thema Team Management im Vereinsleben besuche. Hier kann ich von meinem beruflichen Alltag als Abteilungs- und Projektleiterin profitieren. Was die Besonderheiten und Regelungen in unserem Verein angeht, tausche ich mich aber viel mit anderen Team Managern aus.

-- Werden für die U16 noch Helfer benötigt?
Ich freue mich zu sagen, dass wir – zumindest bis wir wieder in die Sommer-Trainings- und Spielzeit starten – gut aufgestellt sind. Wenn es dann aber an die Spieltage geht, brauchen wir vielen helfende Hände. Bei Heimspielen muss das Feld markiert werden, vor und nach den Spielen muss auf- und abgebaut werden, es muss Kuchen gebacken, Getränke und Snacks verkauft werden. Bei Auswärtsspielen brauchen wir Fahrer, damit die ganze Mannschaft auch am Spielort ankommt. Es muss für die Sideline eingekauft und während der Spiele die Mannschaft am Spielfeldrand versorgt werden. Nach den Spielen muss jemand die Vereinsjerseys waschen. Wenn sich das auf viele Helfer verteilt, ist es nur wenig Arbeit für den Einzelnen. Falls sich jemand berufen fühlt, bitte einfach bei mir via Mail an kathrin.schneider@wiesbaden-phantoms.de melden!

-- Was ist an American Football so faszinierend, dass Du Dich dermaßen engagierst?
Zum American Football bin ich über meinen Mann und unseren Sohn gekommen. Beide haben zu Hause NFL geschaut, irgendwann wollte Tim den Sport selbst ausprobieren. Mittlerweile ist er im dritten Jahr und Senior in der U16. Ich habe ihn von Anfang an immer zum Training gefahren und bin dann einfach vor Ort geblieben und habe zugeschaut. So bin ich da irgendwie hineingewachsen. Je mehr ich von den Regeln verstanden habe, desto faszinierender fand ich den Sport. Hier kommt es nicht nur auf den Einzelnen an. Ein Running Back oder ein Wide Receiver sind nichts ohne die Leute, die den Weg freiblocken. Ein Quarterback wird ohne seine O-Line kaum einen Ball werfen können. Ohne gute Defense wird der Gegner viele Punkte machen und wir verlieren. Ein Sieg ist also immer das Ergebnis einer guten Teamarbeit. Eine Niederlage ist auch ein Teamergebnis. Genauso sehe ich den Gesamtclub. Wenn jeder eine Aufgabe übernimmt und seinen Teil beiträgt, wird der Club erfolgreich arbeiten können. Davon profitieren die, auf die es ankommt: unsere Kinder.

Zurück zur Übersicht